Schnittstellen & APIs, Conversion Tracking, Offline Conversions, First-Party Data

Externe Datenquellen via Webhooks an SGTM anbinden

Lukas Becker
von Lukas Becker

Der serverseitige Tag Manager (SGTM) kann Daten direkt via Webhook empfangen und an nachgelagerte Systeme weiterleiten. Sobald in einem Drittsystem ein definiertes Ereignis eintritt, sendet dieses einen HTTP-Request mit den relevanten Datensätzen an den Tagging-Server. Damit fungiert der SGTM als zentrale Datendrehscheibe, die serverseitige Datenströme aufnimmt und verarbeitet, statt ausschließlich auf Signale aus dem Browser angewiesen zu sein.

So funktioniert die Datenerfassung über Webhooks im SGTM

Das Prinzip basiert auf einer direkten Server-to-Server-Kommunikation. Externe Datenquellen wie CRMs, Shopsysteme, ERPs oder Payment-Gateways können bei bestimmten Aktionen automatisierte Benachrichtigungen (Webhooks) auslösen Diese enthalten die Event-Daten im JSON-Format und werden an eine spezifische URL des SGTM-Containers gesendet. Der Tagging-Server nimmt diese Daten entgegen, validiert sie und leitet sie ohne Umweg über den Browser des Nutzers an Marketing-Plattformen weiter.

Praxisbeispiele für das serverseitige Webhook-Tracking

Lead-Status-Änderungen aus dem CRM übermitteln

Der tatsächliche Wert eines Kontakts zeigt sich oft erst zeitversetzt im CRM, lange nach der ersten Kontaktanfrage. Ändert das Vertriebsteam den Status im CRM später auf „Qualifiziert“, triggert diese Änderung sofort einen Webhook an den SGTM. Der Tagging-Server verarbeitet das Signal und sendet es als Offline-Conversion an die Marketing-Plattform. Dadurch lernen die Bidding-Algorithmen, welche Kampagnen tatsächlich wertvollen Umsatz bringen, statt das Budget allein für eine hohe Anzahl unqualifizierter Leads zu optimieren.

E-Commerce-Zahlungsstatus und Vorkasse-Käufe erfassen

Bei der Erfassung von Käufen direkt auf der Bestätigungsseite des Onlineshops entstehen bei bestimmten Zahlungsarten häufig Datenfehler. Wenn Kunden beispielsweise per Vorkasse bestellen oder der Kaufprozess nachgelagert abgebrochen wird, erfasst das Tracking vorzeitig unvollständige Bestellungen. Über Webhooks sendet das Shop- oder ERP-System das Signal erst dann an den SGTM, wenn die Zahlung intern als „bezahlt“ verbucht wurde. Dadurch lassen sich unbezahlte Bestellungen, Stornierungen oder Retouren gezielt herausfiltern, sodass nur tatsächlich realisierte Umsätze an die Marketing-Plattformen übermittelt werden.

Abonnements und wiederkehrende Zahlungen tracken

Bei Abo-Modellen (wie SaaS oder Mitgliedschaften) wird lediglich die erste Transaktion direkt auf der Website ausgeführt. Alle Folgezahlungen laufen im Hintergrund automatisiert über Payment-Provider wie Stripe oder Mollie ab, ohne dass der Nutzer die Website erneut besucht. Sendet der Payment-Provider bei jeder erfolgreichen Verlängerung einen Webhook an SGTM, lassen sich wiederkehrende Umsätze und der Customer Lifetime Value (CLV) kontinuierlich und fehlerfrei in den Analytics- und Marketing-Plattformen abbilden.

Die technische Umsetzung mit dem heytag Data-Client

Damit der Tagging-Server eingehende Webhooks verarbeiten kann, wird eine passende Schnittstelle benötigt. Nativ stellt der serverseitige Google Tag Manager für diese Art von externen Server-Signalen kein vorgefertigtes Template bereit.

heytag schließt diese Lücke mit einem speziell entwickelten Data-Client für den SGTM. Dieser Client nimmt die eingehenden Webhook-Signale entgegen, bereitet die JSON-Daten strukturiert auf und übersetzt sie direkt in das interne Datenmodell des Server-Containers. Die übermittelten Datensätze lassen sich dadurch nahtlos auslesen und für das präzise Auslösen der gewünschten Marketing-Tags nutzen.

Zurück zur Übersicht